Wie die AfD in den Medien
totgeschwiegen wird

von Jurij Kofner, Ökonom, MIWI Institut für Marktintegration und Wirtschaftspolitik

Diskriminieren die Medien in Deutschland konservative Ansichten, rechte politische Ideen und insbesondere die AfD? Unterstützer der blauen Heimatpartei sind sich sicher, dass eine systematische ungerechte Behandlung (AfD-Ignoring und AfD-Bashing) durch öffentlich-rechtliche und private Medien in Deutschland einer der Hauptgründe dafür ist, dass die AfD derzeit nicht den erwarteten Erfolg hat.

So zeigt eine Umfrage von infratest dimap aus dem Jahr 2020, dass nur ein Viertel der AfD-Anhänger Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk haben, während es bei Grünen und SPD fast 90 Prozent und bei den Linken 63 Prozent sind.[1]

Unter Verwendung der Definition der Antidiskriminierungsstelle des Bundes kann Diskriminierung durch die Medien aufgrund politischer Ansichten definiert werden als „eine Ungleichbehandlung aufgrund [einer politischen und sonstigen Anschauung] ohne einen sachlichen Grund, der die Ungleichbehandlung rechtfertigt“.[2]

Solch eine Ungleichbehandlung ist in Deutschland eindeutig verboten. Laut Artikel 5 des Grundgesetzes müssen „die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film gewährleistet werden. Eine Zensur findet nicht statt.“[3] Und Paragraf 26 Absatz 2 des Medienstaatsvertrags schreibt vor, dass „die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten bei der Erfüllung ihres Auftrags die Grundsätze der Objektivität und Unparteilichkeit der Berichterstattung, die Meinungsvielfalt sowie die Ausgewogenheit ihrer Angebote zu berücksichtigen haben.“ „Im privaten Rundfunk“, so Paragraf 59 Absätze 1 und 2, „ist inhaltlich die Vielfalt der Meinungen im Wesentlichen zum Ausdruck zu bringen. Die bedeutsamen politischen, weltanschaulichen und gesellschaftlichen Kräfte und Gruppen müssen in den Vollprogrammen angemessen zu Wort kommen; Auffassungen von Minderheiten sind zu berücksichtigen.  Ein einzelnes Programm darf die Bildung der öffentlichen Meinung nicht in hohem Maße ungleichgewichtig beeinflussen.“[4]

Aber diskriminieren die privaten und öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland die AfD wirklich? Oder ist das nur ein „haltloser Vorwurf“, wie Journalisten und Medienhäuser entgegnen?

Methodologie

Um diese Frage empirisch fundiert zu beantworten, wird in dieser wissenschaftlichen Analyse eine mögliche Ungleichbehandlung der politischen Parteien durch die Medien unter zwei Aspekten überprüft.

Erstens – eine Ungleichbehandlung im Sinne einer ungleichen Nennungs- oder Auftrittshäufigkeit der Partei und ihrer Vertreter in den Medien im Verhältnis zum Meinungsbild der allgemeinen Bevölkerung, welches sich in den letzten Wahlergebnissen ausgedrückt. D.h., wenn eine Partei bei den letzten Wahlen 10 Prozent der Stimmen erhalten hat, aber die Medien dieser Partei deutlich weniger als 10 Prozent der gesamten Aufmerksamkeit schenken, die sie allen Parteien insgesamt zuteilgibt, dann besteht eine Ungleichbehandlung (AfD-Ignoring).

Zweitens – eine übermäßig negative Berichterstattung über die Partei und ihre Vertreter (AfD-Bashing), wobei dies sicherlich ein subjektiver Indikator ist.

Die analytische Aufarbeitung gliedert sich in eine Untersuchung öffentlicher, privater und allgemeiner Medien auf Bundes- und bayerischer Ebene.

Öffentlich-rechtlicher Rundfunk

Bundesebene

Laut einer Analyse von Rene Springer, MdB, AfD, der die Teilnahme der Politiker an den großen Talkshows von ARD und ZDF zwischen Januar und Mai 2022 gezählt hat, waren die Grünen im Verhältnis zu ihren Bundestagswahlergebnissen von 2021 um 42,2 Prozent überrepräsentiert, die Linke um 71,7 Prozent, die FDP um 42,2 Prozent, die CDU/CSU um 12,5 Prozent und die SPD um 5,5 Prozent. Die AfD war zu 100 Prozent unterrepräsentiert, da sie nicht ein einziges Mal eingeladen wurde.[5]

Zählungen des Branchendienstes Meedia zur Politikerbeteiligung in den wichtigsten Publikumstalkshows in 2021 und 2020 zeigen folgende Ergebnisse: 2021 waren die Grünen um 102,7 Prozent, die SPD um 41,7 Prozent, die Union um 24,4 Prozent, die FDP um 25,8 Prozent überrepräsentiert. Unterrepräsentiert waren die Linke um 56,8 Prozent und die AfD um 83 Prozent. 2020 war die SPD um 53,8 Prozent überrepräsentiert, die Grünen um 38,3 Prozent, die Union um 33,5 Prozent, die FDP um 0,6 Prozent. Die Linke war um 20,6 Prozent unterrepräsentiert, die AfD um 81,7 Prozent.[6]

Laut dem Nachrichtenmonitor der GöfaK Medienforschung im Auftrag für das ZDF für die Jahren 2019 und 2020 (bedauerlicherweise nicht weitergeführt) gestaltete sich die Parteirepräsentanz durch O-Töne politischer Akteure in den Hauptabendnachrichten des ÖRR im Jahr 2020 wie folgt: überrepräsentiert war die CDU/CSU um 60 Prozent, die Grünen um 11,2 Prozent, die SPD um 8,9 Prozent. Unterrepräsentiert war die Linke um 21,5 Prozent, die FDP um 24,1 Prozent und die AfD um 48,2 Prozent.[7]

Im Jahr 2019 war die CDU/CSU um 42,9 Prozent überrepräsentiert, die Grünen um 26,1 Prozent, die SPD um 25,1 Prozent. Unterrepräsentiert waren die Linke um 14,7 Prozent, die FDP um 36,4 Prozent und die AfD um 39,9 Prozent.[8]

Laut einer im Oktober 2020 durchgeführten Umfrage unter Volontären der ARD würden 57,1 Prozent der Befragten die Grünen zu wählen, 23,4 Prozent die Linke, 11,7 Prozent die SPD. Mit anderen Worten: 92 Prozent der ARD-Volontäre sympathisieren mit linken Parteien. Nur 2,6 Prozent würden die CDU/CSU und 1,3 Prozent die FDP wählen. Keiner würde die AfD wählen.[9]

Bayern

Eine Auswertung der Auftritte von Politikern in den wichtigsten Talkshow-Formaten des Bayerischen Rundfunks im vorherigen und laufenden Jahr kam zu folgendem Ergebnis.

In der Talkshow „jetzt red i“ im Zeitraum von April 2021 bis Mai 2022 im Vergleich zu den Landtagswahlergebnissen von 2018 war die SPD um 76 Prozent überrepräsentiert, die Linke um 52,4 Prozent, die Freien Wähler um 47,2 Prozent, die Grünen um 25,4 Prozent. Die CSU war um 14,8 Prozent unterrepräsentiert und die AfD um 100 Prozent – sie wurde kein einziges Mal eingeladen.[10]

In der „Münchner Runde“ war im Zeitraum von Februar 2021 bis Juni 2022 die FDP mit 151,4 Prozent, die Linke mit 60,3 Prozent, die Grünen mit 31,9 Prozent, die SPD mit 5,7 Prozent überrepräsentiert. Die CSU war mit 3,5 Prozent, die FW mit 33,7 Prozent und die AfD mit 49,2 Prozent unterrepräsentiert.[11]

Beim Sonntags-Stammtisch im Zeitraum von Oktober 2021 bis Juni 2022 war die FDP um 226,8 Prozent überrepräsentiert, die SPD um 71,8 Prozent, die Linke um 30,2 Prozent, die Grünen um 19 Prozent und die CSU um 0,8 Prozent. Unterrepräsentiert waren die Freien Wähler zu 64,1 Prozent und die AfD wieder zu 100 Prozent, da nie ein AfD-Politiker eingeladen wurde.[12]

Private Medien

Bundesebene

Der oben erwähnte Nachrichtenmonitor zeigt, dass 2020 und 2019 in den Abendnachrichten von RTL, dem größten privaten Fernsehsender Deutschlands, die Parteivertreter wie folgt zu Wort kamen: 2020 war die Union um 108,6 Prozent überrepräsentiert, die SPD um 18 Prozent. Die Grünen waren um 33,7 Prozent, die FDP um 46 Prozent, die Linke um 75 Prozent und die AfD um 84,1 Prozent unterrepräsentiert. In 2019 war die CDU/CSU um 71,6 Prozent überrepräsentiert, die Grünen um 30,3 Prozent, die SPD um 35,1 Prozent. Die FDP war um 37,4 Prozent unterrepräsentiert, die Linke um 64,1 Prozent, die AfD um 69,0 Prozent.

In den Abendnachrichten von SAT1, dem zweitgrößten privaten Fernsehsender, war die Union um 100,7 Prozent überrepräsentiert, die SPD um 22,4 Prozent. Die Grünen waren um 18 Prozent unterrepräsentiert, die FDP um 41,1 Prozent, die Linke um 64,1 Prozent, die AfD um 86,5 Prozent. Im Jahr 2019 war die CDU/CSU um 73,5 Prozent überrepräsentiert, die Grünen um 36 Prozent, die SPD um 25,9 Prozent. Die FDP war um 40,2 unterrepräsentiert, die Linke um 51,1 Prozent, die AfD um 75,4 Prozent.[13]

In 2020 verkündete Julian Reichelt, Chefredakteur der Bild Zeitung, die größte Tageszeitung Deutschlands und zum Medienkonzern Axel Springer SE gehörend, die offizielle Politik des Mediums, der AfD „keine Fläche und keine Reichweite zu bieten, [ihr] nicht ermöglichen, sich zu inszenieren“, sowie niemals mit den Parteivertretern „ein klassisches Interview zu führen“.[14]

Bei den großen US-amerikanischen Social-Media-Plattformen gibt es leider noch keine Untersuchungen zu möglichen Voreingenommenheiten in Bezug auf Parteien und politische Ansichten speziell in Deutschland. Es gibt jedoch Belege für die Diskriminierung konservativer politischer Ansichten im Allgemeinen und insbesondere in den USA, worüber man wieder Rückschlüsse für Deutschland machen kann.

Eine Umfrage des Pew Research Center von 2022 zeigt, dass 95 Prozent der konservativen US-Republikaner glauben, dass soziale Medien ihre politischen Ansichten zensieren, nur 21 Prozent der linksliberalen Demokraten haben den gleichen Eindruck. 44 Prozent der Erwachsenen in den USA glauben, dass die großen Tech-Unternehmen linksliberale gegenüber konservativen Ansichten bevorzugen, nur 15 Prozent glauben, dass es umgekehrt ist.[15]

Im Mai 2022 bestätigte ein leitender Ingenieur von Twitter (7,8 Mio. aktive Nutzer in Deutschland), dass die Mitarbeiter der Social-Media-Plattform „eine starke linksgerichtete antikonservative Voreingenommenheit“ haben („commie as f…“), das Unternehmen „nicht an Meinungsfreiheit glaubt“ und „aktiv die politische Rechte zensiert, aber nicht die Linke“.[16]

2016 bestätigten zwei ehemalige Facebook-Mitarbeiter, dass die Social-Media-Plattform im Bereich „Trending News“ „regelmäßig konservative Nachrichten unterdrückt“ und das Unternehmen nicht als neutrale Plattform, sondern eher als klassische Redaktion agiere, mit einer deutlichen antikonservativen Ausrichtung.[17]

Aber Zensur wird nicht nur von US-amerikanischen Internetkonzernen praktiziert. Im Mai 2022 löschte die chinesische Video-App Tik-Tok ohne Anlass und Begründung den offiziellen Kanal der Alternative für Deutschland mit über 60.000 Followern.[18]

Bayern

Zwischen Juli 2021 und Juni 2022 waren auf der „Bayern Agenda“ des privaten Lokalsenders „München TV“ Vertreter der CSU zu 87 Prozent überrepräsentiert. Alle anderen Landtagsparteien waren unterrepräsentiert: die SPD mit 10,4 Prozent, die FW und die Grünen jeweils mit 25 Prozent. Zu keinem Zeitpunkt war ein Politiker der FDP oder AfD eingeladen.[19]

Deutsche Medienlandschaft insgesamt

Eine empirische Studie zur Qualität der journalistischen Berichterstattung, durchgeführt von der Rudolf-Augstein-Stiftung, zeigt, dass in den wichtigsten deutschen Fernsehsendungen und Nachrichten, sowie Online- und Printmedien zwischen Januar 2020 und April 2021 die Parteien mit ihren Ansichten zu den Corona-Einschränkungen folgendermaßen über- bzw. untererwähnt wurden: Die damaligen Regierungsparteien CDU/CSU und SPD wurden um 136,7 bzw. 9,2 Prozent überrepräsentiert. Die damaligen Oppositionsparteien wurden untererwähnt: die Linke um 59,4 Prozent, die FDP um 65,1 Prozent, die Grünen um 66,5 Prozent, die AfD um 70,4 Prozent. Auch s.g. Corona-Maßnahmen-Skeptiker kamen in den Medien kaum zu Wort (1,6 Prozent der O-Töne).[20]

Im Juni 2021 analysierten Forscher der Universität Trier die wertenden Tweet-Erwähnungen (@mentions) von Parteivertretern durch die rund 500 Mitglieder der Bundespresskonferenz. Die Studie wurde in den Jahren 2016 und 2020 durchgeführt. 2016 wurden die Grünen im Verhältnis zum Bundestagswahlergebnis 2017 mit 93,3 Prozent übererwähnt und erhielten von allen Parteien die mit Abstand positivsten Wertungen der Journalisten: 62,5 Prozent der Mentions waren positiv. Die SPD wurde um 46,8 Prozent übererwähnt (71,4 dieser Nennungen negativ), die Union um 32,5 Prozent (69,7 Prozent der Nennungen negativ). Die Linke wurde um 65,2 Prozent untererwähnt, wobei 66,7 dieser Nennungen negativ waren. Die FDP wurde zwar um 79,4 Prozent untererwähnt, aber die Hälfte der Mentions viel positiv aus. Die AfD wurde von den BPK-Journalisten um 65,9 Prozent untererwähnt, wobei alle (100 Prozent) Nennungen negativ waren.

2020 veröffentlichten die Journalisten überhaupt keine wertenden Tweets über die Grünen. Die FDP wurde um 42,1 Prozent übererwähnt, wobei 3/4 der Nennungen negativ waren. Die Union wurde um 22,8 Prozent überwähnt (mit 69,2 Prozent der Mentions negativ), die SPD um 11,2 Prozent (66,7 Prozent negativ). Die Linke wurde mit 85,7 Prozent negativen Nennungen um 3,3 Prozent untererwähnt. Obwohl die AfD recht proportional zu ihren Wahlergebnissen genannt wurde (0,8 Prozent mehr-Nennungen), waren auch diesmal alle Nennungen negativ.

Zudem fanden die Forscher heraus: „Im Vergleich aller getweeteten Bewertungen bewerten Journalisten AfD-Abgeordnete am häufigsten gezielt. Dies gilt insbesondere für negative Bewertungen. Auf Politiker der Grünen zielen Journalisten hingegen am wenigsten ab. Als gezielte Adressaten weisen grüne Politiker auch den geringsten Anteil an negativen Bewertungen auf.“[21]

Sogenannte „Influencer“ sind eine neue Form von Medienakteuren, die in sozialen Netzwerken oft über eine enorme Reichweite verfügen und damit entscheidenden politischen Einfluss ausüben können. Eine aktuelle Studie der Universität Wien untersuchte vom 1. bis 26. September 2021, also kurz vor der Bundestagswahl 2021, über 7.000 Parteierwähnungen von Influencern auf den wichtigsten Social-Media-Plattformen. Demnach wurden die Grünen um 103,5 (explizit) auf 166,9 (implizit) Prozent übererwähnt, wobei 55,1 Prozent der Erwähnungen negativ ausfielen. Die Linke wurde von 9,6 zu 78 Prozent übererwähnt, wobei 42,2 der Nennungen negativ waren. Die SPD wurde zwischen 3,5 und 26,1 Prozent übererwähnt, wobei 69,4 der Nennungen negativ waren. Die Union wurde in direkten Beiträgen um 11,2 Prozent übererwähnt, aber um 31,7 Prozent in indirekten Posts untererwähnt. Insgesamt viel die Bewertung der CSU/CSU zu 74,1 Prozent negativ aus. Die FDP wurde zwischen 0,1 und 19 Prozent zwar untenerwähnt, jedoch 55,5 Prozent aller Social-Media-Erwähnungen von Influencern über die FDP waren positiv. Die AfD wurde am meisten, also um 20 bis 43,9 Prozent untererwähnt, wobei 61,7 Prozent der Beiträge negativ ausfielen.[22]

Eine Gruppe promovierter Biologen und Mediziner um Prof. Steinhoff hat kürzlich ein analytisches Dossier veröffentlicht, in dem sie über 40 Kinder-, Jugend-, Bildungs- und Informationssendungen auf den wichtigsten öffentlich-rechtlichen Sendern überprüft haben. Die Forscher kamen zu dem Schluss, dass der ÖRR die LGBTQ- und Transgender-Ideologie eindeutig und willentlich propagiert, und sich dabei auch von Falschbehauptungen (Desinformationen) bedient. Im Umkehrschluss ist festzustellen, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk konservative politische Ansichten zu Familie, Sexualverhalten und Verhalten in der Gesellschaft diskriminiert. Der Aufruf zur Studie wurde von 120 Wissenschaftlern unterzeichnet, darunter auch von der Schwulen- und Lesben-Interessenvertretung LGB Alliance.[23]

Eine umfassende ökonometrische Studie von Kirkegaard et al. (2021) belegt eine eindeutig überwiegend linke politische Ausrichtung der deutschen Medien. Im Vergleich zur Gesamtwählerschaft bevorzugen deutsche Journalisten um die 20 bis 40 Prozent (je nach Bewertungsmethode) Parteien, die insgesamt eher linke Positionen vertreten und bestimmten Ideologien zugeordnet werden, nämlich Klimaschutz, Feminismus, Linksliberalismus, Sozialismus, und Unterstützung für die Europäische Union.[24]

Fazit und Handlungsempfehlungen

Die oben durchgeführte umfangreiche Überprüfung von Auftritts-/Nennungshäufigkeit sowie Wertungsindikatoren zeigt, dass die öffentlich-rechtlichen und privaten Medien in Deutschland unausgewogen sind und die AfD eindeutig diskriminieren. In Bezug auf ihre Wahlergebnisse ist die patriotische Heimatpartei in Talkshows und Nachrichten zwischen etwa 40 und 100 Prozent unterrepräsentiert (AfD-Ignoring) und die meisten, wenn nicht alle Erwähnungen von Journalisten sind negativ (AfD-Bashing).

Es gibt sowohl Fakten als auch starke Hinweise darauf, dass große Social-Media-Plattformen und der ÖRR konservative politische Ansichten und rechte Ideen diskriminieren, auch unter dem Einsatz von Zensur und Falschbehauptungen.

Umfragen und empirische Regressionsanalysen attestieren den deutschen Medien im Allgemeinen und dem ÖRR im Besonderen eine klare links-grüne Ausrichtung. So zeigt die Recherche, dass die Grünen von den Medien bis zu 100 Prozent übererwähnt und von den Journalisten sehr wohlwollend behandelt werden.

Welche Politikempfehlung lässt sich aus dieser Erkenntnis ableiten?

Nun, erstens müssen die breite Öffentlichkeit und die Entscheidungsträger kontinuierlich über die Voreingenommenheit der Medien gegen die AfD und konservative politische Ansichten informiert werden. Die Veröffentlichung dieser empirischen Analyse als Bestätigung soll als ein weiterer Beitrag für diese öffentliche Aufklärung gesehen werden.

In der einer weiteren geplanten Reform des Medienstaatsvetrags soll die ausgewogene und objektive Berichterstattung durch die öffentlich-rechtlichen Medien verbindlicher gemacht werden.[25] In den Landtagen und im Bundestag hat die AfD die Aufgabe, die anderen Parteien dazu zu bringen, diese Reform durchzusetzen. Dies könnte dadurch erreicht werden, dass argumentiert wird, dass nicht nur die AfD diskriminiert wird, sondern, wie wir oben gesehen haben, auch die FDP, Freie Wähler und Linke, je nach Jahr und Bereich, manchmal Opfer einer unfairen Behandlung durch die Medien sein können.

Der öffentliche Rundfunk muss verpflichtet werden, Berichterstattung und Meinung klar zu trennen und am Anfang jedes Beitrags oder Abschnitts diese auch deutlich zu kennzeichnen. So gab RLP-Ministerpräsident Malu Dreyer kürzlich zu: „Viele Bürgerinnen und Bürger haben eingegeben, dass es nach ihrem Gefühl zu viel Berichterstattung gibt, bei der nicht mehr unterscheidbar ist, ob das objektive Berichterstattung oder eine Meinung ist oder alles gemischt.“

Die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bzw. ihrer verschiedenen Medienformate muss proportional zur Ausgewogenheit der Aufmerksamkeit verlaufen, die sie den politischen Parteien in Bezug auf deren letzte Wahlergebnisse zuteilgeben. Andernfalls sollten Sanktionen verhängt werden. D.h., z.B., wenn in einem Jahr die Unter- oder Überrepräsentation einer bestimmten Partei in Talkshows ein bestimmtes Maß überschreitet, z.B. 33 Prozent, dann soll die Finanzierung dieses Programms im nächsten Jahr gekürzt werden.

Die Meinungsfreiheit und das Recht auf politisches Agenda-Setting durch private Medien ist eine wichtige Grundlage für Demokratie und Freiheit. Die „ordnende“ staatliche Beschränkung dieses Grundrechts sollte daher sehr begrenzt sein. Was jedoch getan werden kann und sollte, ist, private Medien und ihre Redakteure zu verpflichten, ihre potenzielle politische Tendenz anzuzeigen, indem sie gezwungen werden, ihre Eigentumsverhältnisse und die Mitgliedschaft ihrer Redakteure und Autoren in Parteien und NGOs offenzulegen.[26]

Nicht zuletzt muss die AfD akzeptieren, dass die deutschen Medien, allen voran der ÖRR, vorerst und wohl noch für längere Zeit gegen die Partei arbeiten werden. Daher müssen Strategien entwickelt werden, um mit dieser Bedingung umzugehen. Der neue Bundesvorstand der AfD soll unter anderem den Arbeitskreis „Öffentlichkeits- und Medienarbeit“ gründen, dessen Seelenaufgabe es sein soll, Wege zu erfinden, wie die Alternative (wieder) eine breite Öffentlichkeit der Bevölkerung erreichen kann. Wie das im Besonderen gemacht werden kann, ist eine Wissenschaft für sich, vorab hier nur einige wenige Ideen dazu: PR-Stunts und Soft-Power-Taktiken (z.B.: Kampagnen „Freiheit for Future“ und „Grüner Mist“, Aktionen parteinaher Vorfeld-Orgas, wie des „Heimatkurriers“), Medienschulen für Mainstream-Journalisten zum Thema „Wie und warum die Rechte denkt, was sie denkt“, stärkere institutionelle Zusammenarbeit mit alternativen Medien (Junge Freiheit, GETTR, etc.), und so weiter.

 

 

 

[1] infratest dimap (2020). Glaubwürdigkeit der Medien 2020. WDR. URL: https://www.daserste.de/ard/die-ard/Glaubwuerdigkeit-der-Medien-WDR-Studie-100.pdf

[2] Antidiskriminierungsstelle des Bundes (2022). Was ist Diskriminierung? URL: https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/ueber-diskriminierung/was-ist-diskriminierung/was-ist-diskriminierung-node.html

[3] Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland (1949). URL: https://www.gesetze-im-internet.de/gg/BJNR000010949.html

[4] Medienstaatsvertrag (MStV) (2020). URL: https://www.die-medienanstalten.de/fileadmin/user_upload/Rechtsgrundlagen/Gesetze_Staatsvertraege/Medienstaatsvertrag_MStV.pdf

[5] Springer R. (2022). Im Vergleich zu den Ergebnissen der BTW 2021. AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag. URL: https://twitter.com/Rene_Springer/status/1531600395088560131

[6] Meedia (2021). Die Gästelisten-Auswertung der ARD- und ZDF-Talks. Im Vergleich zu den Ergebnissen der BTW 2017. URL: https://meedia.de/2021/12/16/40-auftritte-bei-will-illner-lanz-co-karl-lauterbach-ist-der-talkshow-koenig-2021/

[7] Maurer T. et al. (2021). Ergebnisse des Nachrichtenmonitors 2020. GöFaK. Im Vergleich zu den Ergebnissen der BTW 2017. Untersuchte Talkshows: Anne Will, maischberger. die woche, Hart aber fair, maybrit illner. URL: https://www.ard-media.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2021/2103_Maurer_Wagner_Weiss.pdf  

[8] Maurer T. et al. (2020). Ergebnisse des Nachrichtenmonitors 2019. GöFaK. Im Vergleich zu den Ergebnissen der BTW 2017. Untersuchte Talkshows: Anne Will, maischberger. die woche, Hart aber fair, maybrit illner. URL: https://www.ard-media.de/fileadmin/user_upload/media-perspektiven/pdf/2020/0220_Maurer_Wagner_Weiss.pdf

[9] Journalist (2020). Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre? URL: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1184876/umfrage/sonntagsfrage-ard-volontaere/

[10] Berechnungen des Autors anhand von: BR (2022). jetzt red i. Im Vergleich zu den Ergebnissen der LTW Bayern 2018. URL: https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/jetzt-red-i/index.html

[11] Berechnungen des Autors anhand von: BR (2022). Münchner Runde. Im Vergleich zu den Ergebnissen der LTW Bayern 2018. URL: https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/muenchner-runde/index.html

[12] Berechnungen des Autors anhand von: BR (2022). Sonntags-Stammtisch. Im Vergleich zu den Ergebnissen der LTW Bayern 2018. URL: https://www.br.de/br-fernsehen/sendungen/sonntags-stammtisch/index.html

 

[13] Maurer T. et al. (2021). | Maurer T. et al. (2020).

[14] JF (2020). „Bild“ verweigert AfD Interviews: „Es ist unfaßbar“. URL: https://jungefreiheit.de/kultur/medien/2020/bild-verweigert-afd-interviews-es-ist-unfassbar/

[15] Vogels E.A. (2022). Support for more regulation of tech companies has declined in U.S., especially among Republicans. Pew Research Center. URL: https://www.pewresearch.org/fact-tank/2022/05/13/support-for-more-regulation-of-tech-companies-has-declined-in-u-s-especially-among-republicans/

[16] Harriet A. (2022). ‚Twitter does not believe in free speech‘. Daily Mail. URL: https://www.dailymail.co.uk/news/article-10823295/Twitter-does-not-believe-free-speech-Twitter-engineer-recorded-saying-censor-right.html

[17] Nunez M. (2016). Former Facebook Workers: We Routinely Suppressed Conservative News. Gizmodo. URL: https://gizmodo.com/former-facebook-workers-we-routinely-suppressed-conser-1775461006

[18] JF (2022). TikTok löscht AfD-Kanal. URL: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2022/tiktok-loescht-afd-kanal/

[19] Berechnungen des Autors anhand von: München TV (2022). Bayern Agenda. Im Vergleich zu den Ergebnissen der LTW Bayern 2018. URL: https://www.muenchen.tv/sendung/bayern-agenda/

[20] Maurer M. et al. (2021). Einseitig, unkritisch, regierungsnah. Rudolf-Augstein-Stiftung. Im Vergleich zu den Ergebnissen der BTW 2017. Untersuchte Medien: FAZ, SZ, Welt, Bild, Spiegel, Focus, T-Online, Tagesschau (ARD), heute (ZDF) und RTL aktuell, ARD Extra Corona. URL: https://rudolf-augstein-stiftung.de/wp-content/uploads/2021/11/Studie-einseitig-unkritisch-regierungsnah-reinemann-rudolf-augstein-stiftung.pdf

[21] Schumacher N.F. et al. (2021). Towards New Standards? Interaction Patterns of German Political Journalists in the Twittersphere. Trier University. Im Vergleich zu den Ergebnissen der BTW 2017. URL: https://www.researchgate.net/publication/352465196_Towards_New_Standards_Interaction_Patterns_of_German_Political_Journalists_in_the_Twittersphere

[22] Matthes J. et al. (2022). Political Influencing über Social Media im Bundestagswahlkampf 2021. Universität Wien. Untersuchte Medien: Twitter, Facebook, Instagram, Youtube, TikTok, Telegram. URL: https://www.medienanstalt-nrw.de/fileadmin/user_upload/NeueWebsite_0120/Themen/Intermediaere/Bericht_Political_Influencing__06022022.pdf

[23] Steinhoff U. et al. (2022). Ideologie statt Biologie im ÖRR. URL: https://www.evaengelken.de/dossier-ideologie-statt-biologie-im-oerr/

[24] Kirkegaard, E. O. W. et al. (2021). The Left-liberal Skew of Western Media. Ulster Institute for Social Research, Journal of Psychological Research. URL: https://www.researchgate.net/publication/353756955_The_Left-liberal_Skew_of_Western_Media

[25] Zumindest in ihren Versprechungen geht die Politik hier in die richtige Richtung. Siehe dazu: Tieschky C. (2022). Politik macht Auflagen für Unterhaltung bei ARD und ZDF. SZ. URL: https://www.sueddeutsche.de/medien/oeffentlich-rechtlicher-auftrag-ministerpraesidenten-unterhaltung-1.5596762

[26] Siehe dazu: AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag (2021). Freiheit in Netz und Medien IV: Potenzielle Voreingenommenheit privater Medien offenlegen. Drs. 18/15786. URL: https://www1.bayern.landtag.de/www/ElanTextAblage_WP18/Drucksachen/Basisdrucksachen/0000010000/0000010151.pdf

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