Der Wahltag - Alle
Analysen im Überblick

Die Bundes- und Landtagswahlen sind durch und hinter uns liegt ein langer Wochenmarathon an ersten Schnellanalysen, Berichten, Darstellungen und Einschätzungen zu den Ergebnissen. Jetzt folgen erste Sichtungen von größeren Studien, Datenvisualisierungen und intensive Gedanken zu langfristigen strategischen und taktischen Fragestellungen zur AfD und dem vorpolitischen Lager. Schon ab nächster Woche werden wir den ersten Aufschlag setzen. Bis dahin haben wir alle Live-Auftritte, Aufzeichnungen und Artikel der letzten Woche in einem Beitrag zusammengefasst.

Eine Woche ist seit der Bundestagswahl und den beiden Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin vergangen. Wir haben auf unserem Blog eine kleine Pause eingelegt aber waren keineswegs unsichtbar. Livestreams, Videoaufzeichnungen, Podcasts und Gastartikel. Der Feldzug-Blog war mit unserem Stammautor Daniel Fiß in den letzten sieben Tagen äußerst umtriebig und hatte versucht den Wahlsonntag vom 26. September einzuordnen. Wir beschäftigten uns mit Zielgruppen, sozioökonomischen, demographischen und geographischen Einteilungen der Wählerschaft, sowie einem Ausblick auf die künftigen strategischen Herausforderungen für die Alternative für Deutschland. Nachfolgend eine Übersicht aller Videos, Podcasts und Gastartikel mit unserer Beteiligung.

Die Bundestagswahl hat einmal mehr den AfD-Charakter als ostdeutsche Volkspartei unterstrichen. Sie lebt noch immer vom Momentum der Protestwahl und kann hierbei ihre eigene Wählerschaft auch halten. Je nach Erwartungshorizont können die unterschiedlichen Parteiströmungen aus dem Wahlergebnis entweder einen Erfolg oder Misserfolg ableiten. Wo geht die Reise also als nächstes hin? Die leichten Gesamtverluste haben die AfD hoffentlich geerdet und geben die Möglichkeit sich auf dem strategischen Kompass neu auszurichten. Dabei werden unterschiedliche regionale Schwerpunkte, Professionalisierung von Kampagnen, programmatische Ausrichtungen, Jugendarbeit und auch personelle Fragen eine entscheidende Rolle spielen. In unserem nächsten Feldzug-Beitrag werden wir hierfür einen Überblick der kommenden strategischen Fragestellungen für die AfD, nach der Bundestagswahl geben.

Bei der Sendung „MSlive“ eines bekannten österreichischen Aktivisten des patriotischen Vorfeldes gab es auch ein paar Einblicke in die österreichischen Wahlen mit einigen lehrreichen Lektionen für die bundesdeutsche Perspektive. Im Großpanorama beschäftigten wir uns jedoch mit den Ergebnissen der Bundestagswahl und warfen vor allem einen schwerpunktmäßigen Blick auf die Bedeutung des Migrationsthemas für die AfD. Einwanderung/Asyl bleibt das Themen mit dem die AfD unabhängig von sozioökonomischen Milieuzuordnungen ihre Kernwählerschaft lagerübergreifend mobilisieren kann. Das bedeutet für künftige Zukunftsfragen, dass sie zwar ihr sonstiges programmatisches Kernkompetenzprofil durchaus erweitern und professionalisieren muss, aber zugleich auch Themen der sozialen Gerechtigkeit, der Außenpolitik oder der Inneren Sicherheit stets in den Konnex der Jahrhundertfrage der Einwanderung und demographischen Bevölkerungsentwicklung einbetten muss. Los geht es ab etwa 30 Minuten. 

Listen to „🔊MSLive #94 – Der Superwahlsonntag analytisch erklärt (mit Daniel Fiß vom Feldzug Blog)“ on Spreaker.

Auch beim Info-Direkt Podcast mit Chefredakteur Michael Scharfmüller waren wir zu Gast und führten eine teils sehr kontroverse Debatte darüber ob patriotische oder rechtskonservative Parteien auch Regierungsverantwortung übernehmen sollten. Scharfmüller, auch geprägt vom Scheitern der der schwarz-blauen Regierungskoalition in Österreich, die durch die Ibiza Affäre gescheitert ist, plädierte für eine klare Oppositionsrolle, was auch die Erwartung der Wählerschaft widerspiegle. Nur in der Oppositionsrolle kann entsprechender Druck aufgebaut und Meinungs- und Diskurskorridore in eine patriotische Normalität verschoben werden. Was folgte war auch ein interessanter Vergleich zwischen den unterschiedlichen Voraussetzungen und Zugängen zu einer rechten/patriotischen Partei wie der FPÖ in Österreich und der AfD in Deutschland. Daniel Fiß hielt dagegen und machte deutlich, dass die AfD angesichts von 11 Direktmandaten im Bundesland Sachsen und einem deutlichen Abstand zur CDU sich bis 2024 nicht mehr vor der Frage von Regierungsbeteiligungen verschließen, wird können und verwies auch auf die wichtige strategische Herausforderung Tabuzonen und Hemmschwellen zur AfD durch etwaige Regierungsbeteiligungen abzubauen.

Gemeinsam mit dem Bürgernetzwerk EinProzent und dem Sezession Autor und Publizisten Benedikt Kaiser sprachen wir neben der Analyse der Wahlergebnisse der AfD auch über die aktuellen Entwicklungen in der sich neu konstituierten Bundestagsfraktion. Beide Gesprächspartner sprachen insbesondere über die Rolle einer AfD, deren Höhenflug nach den großen Wahlerfolgen bei der vergangenen Bundestagswahl und den Landtagswahlen vorerst gebremst zu sein scheint. Wie findet eine Partei ihr inhaltliches und kommunikatives Profil, die in so kurzer Zeit massiv gewachsen ist und jetzt offensichtlich einen langen Atem für den politischen Marathon braucht. Kaiser und Fiß betonten die Wichtigkeit inhaltlicher als auch personeller Konsolidierung der kommenden Arbeit im Deutschen Bundestag, sowie der intensiven und professionellen Aufarbeitung und Analyse von Zielgruppen und Wählermilieus, um 2025 erneut angreifen zu können. Los geht es ab ca. 8 Minuten

Neben dem Bundestag gab es am vergangenen Sonntag auch die Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Auch hier konnten beide Ergebnisse für die AfD nicht zufriedenstellend sein. Während in Mecklenburg-Vorpommern die große Enttäuschung jedoch ausblieb und die AfD in absoluten Stimmen nur leichte Verluste verzeichnete, muss das Ergebnis der Berliner AfD als deutliche Niederlage bezeichnet werden. Hier ist man nur knapp einer Halbierung des Ergebnisses im Vergleich zu 2016 entgangen. Wir schauen uns die Ergebnisse im Detail an und ziehen mögliche Schlüsse aus den Kampagnen und der programmatischen Aufstellung beider Landesverbände.

Gleich mehrere Auftritte hatten wir in der letzten Woche bei den Machern des Konflikt Magazins. Neben dem Live-Wahlstudio vom Wahlabend, wo wir über 5 Stunden die Hochrechnungen und Ergebnisse einordneten, sprachen wir zusätzlich mit einigen Vertretern der Jungen Alternative. Vor allem das Gespräch mit Carlo Clemens dürfte eine schonungslose, aber konstruktive Aufarbeitung des Ergebnisses sein, aus dem auch die Hauptakteure innerhalb der AfD ihre Schlüsse ziehen werden.

Am letzten Freitag folgte schließlich noch ein Wahlanalyse Stream, bei dem wir unter anderem auch auf die Stärke der FDP bei den Erst- und Jungwählern eingingen und mögliche Chancen für die AfD analysierten. Daraus folgte auch ein Appell an die Parteiführung der AfD, dass Potential der Jugend nicht einfach nur als „Greta-Jugend“ abzuschreiben, sondern ernsthafte Konzepte der Jugend- und Talentförderung innerhalb der eigenen Partei zu entwickeln.

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